KONTAKT

Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann nehmen Sie, gern auch aus einem anderen Grund, jederzeit Kontakt mit uns auf. Das unten stehende Formular ist dabei Ihr Draht zu dem passenden Ansprechpartner.

Sollten Sie direkt mit unseren Projektmanagern Kontakt aufnehmen wollen, finden Sie auf der rechten Seite die jeweilige Telefonnummer.

    Datenschutz

    ANSPRECHPARTNER:

    Dr. Stephanie Wehkamp, Projektleitung – 04451/9515-248

    Thilo Krupp, Projektmanager – 04451/9515-148

    Jochen Körner, Projektmanager – 04451/9515-151

    FAQ

    Es gibt nur kluge Fragen!

    Manche sind sogar so klug, dass sie uns öfter gestellt werden.
    Die passenden Antworten werden Sie zukünftig hier finden:

    Ganz einfach: Je mehr Fragen gestellt und unterschiedliche Perspektiven beleuchtet werden, desto nachhaltiger kann ein Projekt realisiert werden.
    Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung sind Aufgaben, die nur gemeinsam mit den verschiedenen Interessengruppen vor Ort gelöst werden können.
    Denn eines steht fest: Wir müssen uns gemeinschaftlich darüber Gedanken machen wie wir in Zukunft leben möchten! Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren sind ein essentieller Beitrag hierfür.

    Zurzeit finden noch vorbereitende Arbeiten statt, d.h. es werden die lokalen Gegebenheiten vor Ort geprüft, Konfliktpotentiale identifiziert und Konzepte für eine optimale Umsetzung und den späteren Betrieb erarbeitet. Das Testfeld selbst ist als Windpark noch nicht genehmigt, die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE leistet hier Vorarbeit. Mit einem Netzanschluss ist in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre zu rechnen.
    Der Windpark befindet sich ca. 10 km vor der Küste und somit noch im Küstenmeerraum (12 Seemeilenzone). Die Zuständigkeit für Windparks im Küstenmeer obliegt der Verantwortung des jeweiligen Bundeslandes, sie unterliegen damit der Genehmigungspflicht nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Im Land Mecklenburg-Vorpommern ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund für die Erteilung der Genehmigung zuständig.
    Allgemeine Informationen zum Recht und den Zuständigkeiten bei der Errichtung und zum Betrieb von Offshore-Windparks in deutschen Gewässern finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

    Noch hinter der jetzigen Reede vor Warnemünde, dort wo häufig ankernde Frachtschiffe zu sehen sind – nur nochmal doppelt so weit draußen! Die geringste Distanz vom Testfeld zum Festland beträgt ca. 10 km, die Wassertiefe beträgt ca. 20 m. Die Meeresfläche vor Warnemünde wurde bereits 2016 als „Marines Vorranggebiet für Windenergieanlagen zu Testzwecken“ ausgewiesen.

    Karte der Testfeldfläche

    Google Earth basierte Karte der Testfeldfläche, Stand September 2021.

    Zum einen werden Hersteller von Offshore-Windenergieanlagen hier Prototypen und die neusten Innovationen im Anlagenbereich unter Realbedingungen testen können. Dazu kommt die Erprobung neuer Konzepte in Bereichen wie Service & Wartung oder zu Sicherheitsaspekten.
    Das Testfeld bietet aber auch die Möglichkeit, weiter greifende Fragestellungen zu erforschen, die über eine reine Innovation an den Anlagen hinausgehen. Zukunftsweisende Forschungsthemen sind z. B. Langzeit-Monitoring zu ökologischen Fragestellungen in Bezug zur Offshore-Windenergie, Forschung zur Kopplung von Windkraft mit Speichertechnologien wie Wasserstoff oder eine Mehrfachnutzung von Offshore-Flächen, z. B. in Verbindung mit Muschel- oder Algenzuchten.
    Ziel ist es, das Testfeldkonzept möglichst offen zu gestalten, um sowohl Anlagenherstellern wie auch lokalen Unternehmen und Forschungsinstitutionen maximale Anknüpfungspunkte für ihre Arbeit zu bieten.

    Die genaue Anzahl von Windkraftanlagen kann derzeit nur geschätzt werden, da sie vom Stand der Technik zum Zeitpunkt des Baus und der Entwicklung der Branche bis dahin abhängt. Die generierte Leistung am Testfeld kann zwischen 160 – 180 MW betragen, was die Anzahl der Anlagen je nach Leistungsfähigkeit der einzelnen Turbinen beschränkt. Aktuelle Schätzungen gehen derzeit von 9-12 Anlagen aus.

    Wie die Anzahl wird auch die Größe der Anlagen vom zukünftigen Stand der Technik abhängen und kann derzeit nicht mit Bestimmtheit definiert werden. Möglich ist auch, dass mehrere Anlagentypen errichtet werden, da die Innovation einer Anlage nicht zwingend abhängig von der Größe oder Leistung ist. Die Innovation kann auch in anderen Bereichen liegen, z. B. im Fundament oder in der Gestaltung eines Rotorblattes.

    Heute schon gibt es Anlagen, die über 200 m hoch sind, wenn man von der Wasseroberfläche bis zur Spitze eines aufrechten Rotorblatts misst. Allerdings ist die heute gebräuchliche Nabenhöhe (also nur die Distanz von der Wasseroberfläche bis zur Höhe der Turbine) mit ca. 160 m bei den heutigen Anlagen wesentlich geringer.
    Zum Vergleich: Seefrachter können zwischen 35 – 65 m über die Wasserlinie ragen, Kreuzfahrtschiffe sogar bis zu fast 80 m!

    Ja, zumindest zeitweise und abhängig von der Wetterlage. Sie werden allerdings weniger ins Auge fallen als z. B. die Frachtschiffe auf der Warnemünder Reede. Windkraftanlagen sind zwar wesentlich höher als Schiffe, aber auch viel schmaler und weniger massig, wodurch sie optisch nicht so präsent sind. Zudem wird auf dem Testfeld nur eine relativ kleine Anzahl an Anlagen installiert werden, die sich räumlich gut verteilen.
    Nachts wird man keine dauerhafte Beleuchtung an den Anlagen sehen. Seit Mitte 2022 besteht die Verpflichtung, dass die Positionslichter an den Anlagen nur anspringen, wenn sich ein Flugzeug nähert. Diese Maßnahme hilft nicht nur die Akzeptanz unter Anwohnern und Touristen zu steigern, sondern dient auch dem Vogelschutz.

    Nein, dazu ist der Abstand zum Festland zu groß.

    Das hängt ab vom Betreiberkonzept des Parks und dem Testbedarf der Hersteller, die normale Betriebsdauer in kommerziellen Windparks liegt zwischen 20 und 25 Jahren.

    Das Testfeld-Konzept ist generell nicht auf Profitmaximierung ausgelegt, es wird aber für einen zukünftigen Eigentümer bzw. Betreiber zumindest kostendeckend betrieben werden müssen.  Ziel ist aber, dass Testfeld so zu konzipieren, dass die Wertschöpfung vor Ort nicht nur auf die Erzeugung von grüner Energie beschränkt bleibt, sondern möglichst viele Sektoren vor Ort davon profitieren.

    Das Testfeld kann und soll positive Impulse für Unternehmen vor Ort setzen: Lokale Unternehmen mit Offshore-Bezug können hier ihre bestehende Expertise einbringen. Im Tourismus-Sektor können neue Geschäftsmodelle wie z. B. Ausfahrten zur Offshore-Fläche oder Besichtigungen der hier umgesetzten Aktivitäten durchgeführt werden; eine Zunahme an Workshops und Konferenzen vor Ort wäre zudem für die Event-Branche interessant. Auch die Forschungseinrichtungen der Region oder mittelständische Unternehmen können profitieren, da am Testfeld neue Projekte und Fragestellungen unter Realbedingungen bearbeitet werden können, was ansonsten in einem kommerziell laufenden Windpark nicht möglich ist.

    Weitere Informationen zum Standort unter „Ein Testfeld aus Rostock – für Rostock, die Region und ganz Deutschland“ sowie zur lokalen Wertschöpfung unter „Expertise vor der Haustür„.

    Im Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) M-V von 2016 wurde eine weitere – für heutige Windparks sehr kleine – Fläche für die kommerzielle Erzeugung von Offshore-Windenergie in unmittelbarer Nähe des Testfeldes festgelegt. Die Entwicklung dieses kommerziellen Offshore-Windparks wäre aber ein separates Projekt und liegt nicht im Aufgabenbereich der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE. Die Diskussion zur Nutzung dieser Fläche wird im Fortschreibungsprozess des LEP M-V ab 2022 weiter fortgeführt.

    Doch. In den nächsten Jahren werden u. a. 30 GW an klimaschädlichen Kohlekraftwerken vom Netz genommen. Dieser Leistungsverlust muss durch klimafreundlichen Zubau ausgeglichen werden. Zudem wird der Stromverbrauch noch steigen, beispielsweise durch die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs oder die Produktion von grünem Wasserstoff für die Industrie. Allen Konzepten zur Nutzung von Offshore-Windstrom in der Sektorenkopplung ist gemeinsam, dass sie noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen und dringend weitere Forschung zu ihren jeweiligen Inhalten nötig ist. Das Testfeld würde hier ideale Bedingungen bieten und so neben der Erzeugung von grüner Energie einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten.

    Neben dem Gebiet vor Warnemünde kamen ursprünglich noch zwei weitere Meeresflächen für das Testfeld-Projekt in Betracht, beide befinden sich westlich von Rügen. Eines der Gebiete liegt nördlich vom Darß, das andere östlich des bestehenden Windparks Baltic 1 bzw. nordwestlich vor der Insel Rügen.

    Im direkten Vergleich der drei Flächen schnitten diese Gebiete jedoch deutlich schlechter ab als das Gebiet vor der Küste Rostocks. Betrachtet wurden u.a. die Hafen- und Hinterland-Anbindung sowie die Logistik bei Betrieb und Installation von Anlagen. Die stärksten Argumente finden sich allerdings im Bereich Naturschutz: Die Flächen vor Rügen sind für Zug- und Rastvögel, marine Säuger und durch ihre Nähe zu den Natura 2000 Schutzgebieten bedeutsamer für den Umweltschutz. Die Errichtung eines Offshore-Windparks in einem der beiden hätte einen deutlich größeren Einfluss auf die lokalen Ökosysteme als bei dem Gebiet vor Warnemünde.

    Mehr Informationen unter unserem Beitrag zu dem „Standortbedingungen“.

    Wie bei anderen Offshore-Windparks wird auch beim Testfeld ausgiebig geprüft, welche möglichen Auswirkungen es bei Bau und Betrieb des Projektes auf die Flora & Fauna des geben kann. Im Rahmen des Genehmigungsprozesses muss der spätere Betreiber dazu Untersuchungen im Gebiet durchführen lassen.

    Während des Baus sind außerdem bestimmte Standards, z.B. zum Schallschutz, vorgeschrieben, um gerade empfindliche Meeressäuger wie den Schweinswal nicht zu gefährden. Neben strengen Maximalwerten zur Schallbelastung gehören dazu u. a. Maßnahmen wie Blasenschleier, welche die Ausbreitung von Schallwellen unter Wasser verringern. Aber auch die Nutzung akustischer Warnsignale sowie ein an das Tierverhalten angepasstes Bau-Management tragen zum Schutz der Meeressäuger bei. Generell meiden die Tiere instinktiv das Gebiet während der Baumaßnahmen, kommen aber meistens nach Abschluss in ihre angestammten Gebiete zurück.
    Darüber hinaus eignet sich das Testfeld aber auch hervorragend für die Bearbeitung genereller ökologischer Fragestellungen. Beispielsweise wird angenommen, dass sich Offshore-Windparks nach ihrer Fertigstellung durch eine natürliche ökologische Sukzession über Zeit zu „Biomasseproduzenten“ entwickeln. Sie könnten dadurch z. B. als Rückzugsräume oder Laichgründe für Meeresorganismen dienen, da derzeit in solchen Offshore-Gebieten nicht aktiv gefischt werden darf.

    Ein anderer Ansatz wäre die ökologische Begutachtung der Mehrfachnutzung von Offshore-Windparks über längere Zeiträume, z. B. in Kombination mit der Zucht von Miesmuscheln. Zu diesem und ähnlichen „Multi-Use“ – Ansätzen besteht noch vermehrter Forschungsbedarf. Das Testfeld könnte die idealen Grundlagen bieten, um solche Ansätze auf Park-Ebene eingehender zu untersuchen und damit dazu beitragen, die gesamte Branche nachhaltiger zu gestalten.

    Mehr Informationen zum Thema finden sich in unserem Beitrag zum Artenschutz.

    Es gibt Hinweise darauf, dass nächtlich ziehende Singvögel insbesondere bei Sturmereignissen durch die Positionslichter von Offshore-Anlagen angezogen werden und sie dadurch eventuell mit den Rotorblättern kollidieren können. Die gesetzlichen Vorgaben zur nächtlichen Befeuerung von Offshore-Windanlagen, also der Beleuchtung durch Positionslichter, wurden daher angepasst. In Zukunft werden Windparks nur noch dann ihre Positionslichter aktivieren, wenn sich auch wirklich ein Flugobjekt nähert. Dies verhindert, dass gerade Zugvögel in ihnen einen potentiellen Rastplatz auf dem Meer sehen und von den Lichtern angelockt werden.